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VANDERBUYST - In Dutch

VÖ: 04. November 2011
Ván Records

Um redaktionsinterne Streitigkeiten zu vermeiden, erwähne ich nur, dass das Vanderbuyst-Debüt eigentlich die erste Plus/Minus-Kritik in der mega-metal.de-History hätte werden sollen. Noch heute diskutieren wir gerne über dieses Thema. Der vorliegende Nachfolger soll nun einen Schlussstrich ziehen - Marco ist ab sofort Vanderbuyst-befreit.
Das niederländische Rock-Trio schafft es mit ihrem Zweitwerk weiterhin auf wundersame Weise authentisch mit irrsinnig vielen Querverweisen in die gute alte Zeit des 70ies/80ies Hard Rock zu klingen, dabei aber nicht angestaubt, sondern kraftvoll und trotzdem ohne jegliche krampfhafte Anbiederung an eben jene Zeit. Der Sound ist natürlich komplett analog. Alles klingt, als wurde es im ersten Take eingespielt, nichts ist gedoppelt. Würde ein Großteil der heutigen Nachwuchsbands auf seine Pro-Tools und anderen technischen Schnickschnack verzichten müssen, sie würden nicht mal ansatzweise so tight klingen wie die Holländer. Die erstklassigen Soli von Willem Verbuyst werden nur vom Bass begleitet, haben richtig Seele und zeugen von einer Einstellung, die den Hörer an Gitarrenhelden wie Ritchie Blackmore oder Gary Moore (R.I.P.) zumindest erinnern. Vanderbuyst machen auch keinen Versuch, soviel wie irgend möglich zu beweisen. "Nur" acht Songs in gerade mal 36 Minuten reichen völlig aus. Darunter das leicht mit AOR flunkernde "Into The Fire", dem herrlich rockenden "String Of Beads" (das Wohnzimmer ist zu klein) oder das lässig düstere "Where's That Devil". Klischees gibt es eher im textlichen Bereich - wurde auf dem Debüt noch eine Pornoqueen besungen, ist dieses Mal der russische Geheimdienst dran (das richtig flotte "KGB").
Gerade in letzter Zeit habe ich ja einige Retro-Rock-Scheiben hoch gelobt, aber Vanderbuyst sind anders und etwas ganz Besonderes in der heutigen Technik-verseuchten Zeit. And that's the bottom line - I'm out. (sw)

8,5/10