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VANNA - Void

VÖ: 20. Juni 2014
Pure Noise Records

Zum mittlerweile fünften Mal geben sich nun Vanna die Ehre, mit einem Album in euer CD-Regal schleichen zu wollen. Dieses Mal nennt sich das gute Stück "Void", was soviel wie "Leere" heißt. Dass dieses Album gar nicht so leer ist, wie es der Titel es vermuten lässt, beweisen uns die elf Titel, welche unter anderem auf Namen hören wie "Pornocopia" oder "Piss Up A Rope". Nun stellt sich mir die Frage, was wohl passiert, wenn Mama in den Verlauf gucken würde und man nach diesen Liedern gesucht hat ... doch sei die geistige Brillanz der Titelwahl nun erst einmal dahingestellt, wird beim erstmaligen hören klar, dass diese Titel mit den Songs in musikalischer Hinsicht nur wenig gemein haben. Das "V" in Vanna steht definitiv für Vielfalt und Varianz, denn mit Post-Hardcore lässt sich das Genre, in dem sich die Band bewegt, nur anreißen. Tatsächlich werden viele Stile nicht nur miteinander vermischt, sondern auch bewusst voneinander abgegrenzt. So hört man im einen Moment Hardcore, der teilweise sehr punkig wird, nur um von der einen in die andere Sekunde in ein Math-Metal-artiges Wirrwarr aus Tönen umzuschalten, gefolgt von einer Metalcore-mäßigen Bridge mit Cleangesang - alles innerhalb von 30 Sekunden - bevor es dann im klassischen Post-Hardcore-Stil weitergeht. Mit "Toxic Pretender" hat man dann ebenfalls einen Song im Repertoire, der fast schon ruhig ist und wie Rock statt wie Metal klingt, doch dann wird ein genialer (!) Umschwung geschaffen, indem das Wort "Liar" (dt. Lügner) repetitiv durch die Lautsprecher tönt, fast so als würde Sänger Davey Muise seinen Bandkollegen diesen Genre-Bruch vorhalten, da er ja außen vor bleibt. Diese immer wiederkehrenden Wechsel der Stimmungen ist natürlich ein zweischneidiges Schwert. Einerseits will man natürlich als Band seinen Stil definieren, andererseits wollen Fans auch nicht immer wieder das gleiche hören. Vanna könnten es mit ihrer sehr launenhaften Musik etwas übertrieben haben, so dass sie über das Ziel hinausgeschossen sind. Die Songs sind teilweise so verschieden, dass es schwer fallen wird, in einer Playlist aus 100 Songs sagen zu können: "Ja, genau das sind Vanna!". Dennoch ist jeder Song für sich ein eigener kleiner Hit, allerdings wirkt das Album daher weniger wie ein ganzes Album, sondern eher wie ein Mashup verschiedener Bands. Nichtsdestotrotz: Sehr stabile Einzelsongs, mit denen man sich ruhig mal den Dreck aus den Ohren pusten lassen kann. (zeo)

7/10