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VARG - Guten Tag

VÖ: 05. Oktober 2012
NoiseArt Records

Nach den beiden Vorgängeralben "Blutaar" (2010) und "Wolfskult" (2011) klingt "Guten Tag" irgendwie ausgesprochen zahm. Und selbst ein großes deutsches Printmagazin witzelte im Vorfeld: "Veröffentlichen Varg jetzt ein Schlageralbum?". Doch keine Sorge, "Guten Tag" ist natürlich genau das erwartete dritte Varg-Album geworden.
Lassen wir jetzt mal dieses ganze aufgeplusterterte Drumherum außen vor (angefangen vom "Wolfskult-Image" bis hin zu den immer wieder neu aufkeimenden politisch fragwürdigen Standpunkten). "Guten Tag" ist ein Pagan/Viking Metal Album, das wieder einmal mit so manch starker Hymne punkten kann und zukünftig für so einige verschüttete Trinkhörner im Pit sorgen dürfte. Der Titelsong, "Frei wie der Wind", "Angriff" und ein natürlich ganz bandtypischer Titel wie "Blut und Feuer", sollten sicherlich ihren Weg in künftige Live-Sets der Coburger Truppe finden. Das sind genau die rasanten, meist aggressiven und im Refrain eingängigen Songs, die aufgrund ihrer nach wie vor etwas plump wirkenden Onkelz-Texte den Kids zweifelsfrei gefallen dürften. Natürlich wird im Pressetext zum Album wieder grenzenlos übertrieben: Eine "akustische Waffe" ist "Guten Tag" sicherlich nicht und "alle Erwartungen übertroffen" haben Varg noch viel weniger. Dafür hat man sich auf diesem dritten Album zwei wirklich "dicke Hunde" geleistet: "Wieder mal verloren" klingt so extrem nach In Extremo (welch Wortspiel), dass man sich dafür fast schon schämen sollte, aber das "Highlight" ist zweifelsfrei "Was nicht darf" - eine so offensichtliche Rammstein-Kopie, wie sie nur am Reißbrett entstanden sein kann. Bis auf diese beiden Ausrutscher und ein, zwei eher belangloseren Songs, aber dennoch ein zugegeben gutes Album. (maz)

7/10