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VEHEMENZ - Vehemenz

VÖ: 23. Mai 2014
MDD Records

Zugegeben, wenn es um Black Metal geht, bin ich nun nicht gerade der erste Ansprechpartner. Doch interessant wird es auch für mich immer dann, wenn sich eine solche Band abseits breitgetretener Pfade bewegt, die Genregrenzen sprengt, Melodie und Anspruch in ihren Sound integriert, das mittlerweile allseits beliebte Wort "Post-" vor die Genrebezeichnung setzt und es noch dazu nicht nötig hat, sich dem englischen Sprachzwang unterzuordnen. Wer jetzt bereits an Bands wie Nocte Obducta, Agrypnie oder Todtgelichter (als diese noch Black Metal machten) denkt, dem sei gesagt: völlig korrekt.
Vehemenz existieren bereits seit 2010, veröffentlichen aber erst jetzt ihr selbstbetiteltes Debütalbum, auf dem man das Ziel verfolgt, eine "eigene Auslegung des Black Metal zu schaffen" und "einen gewissen künstlerischen und innovativen Anspruch" an die eigene Musik stellen möchte. Beides scheint gelungen zu sein. Langweilig wird's auf "Vehemenz" zu keiner Zeit - packende und düstere, manchmal auch melancholische Melodien treffen auf schwarzmetallische Raserei und kalte, harrsche Vocals. Die gerade mal fünf Songs auf diesem rundum gelungenen Album kommen immerhin auf eine Spielzeit von insgesamt 35 Minuten. Vielleicht etwas knapp, aber Kunst kennt bekanntlich keine Zeitvorgaben - und bei den drei Longtracks (alle oberhalb der 8-Minuten-Marke), zeigt sich das ganze künstlerische Können der Band, die es sich sogar leisten kann, mit drei Gitarristen aufzutrumpfen. Pflichtkauf für Fans der drei oben genannten Bands. (maz)

7,5/10