Impressum Startseite
Reviews Interviews Live Specials

VESCERA - Beyond The Fight

VÖ: 07. April 2017
Pure Steel Records

Was sagt es über die Qualitäten eines Songwriters aus, wenn seine Songs auch ein zweites Mal in aufpolierter Form auf ganzer Linie überzeugen? Darauf komme ich gleich noch mal zu sprechen …
Schon beim zweiten Song von "Beyond The Fight" fiel es mir wie Schuppen von den Augen, dass ich die Songs kenne. Und siehe da - dieses Album ist quasi identisch mit "Vendetta" der italienischen Band Nitehawks, die dieses Album als Debüt im Jahre 2015 über Skol Records heraus brachten. Bevor ich mich darüber blindlings echauffiere, fragte ich nach und noch mal siehe da - die Band war laut eigenen Aussagen unzufrieden mit der Produktion, dem Vertrieb und der Promotion. Letztere erreichte zumindest mega-metal.de, weswegen ich bezüglich des musikalischen Faktors gerne noch mal auf unsere Review von "Vendetta" verweise.
Wie die Zusammenarbeit mit Sanges-Koryphäe Mike Vescera (Obsession, ex-Loudness, ex-Yngwie Malmsteen) zustande kam, werde ich mal nachfragen, de facto fand Mike die Songs aber so dermaßen geil (wo ich ihm uneingeschränkt Recht gebe!), dass er sich ihrer annehmen wollte. Als ex-Nitehawks sind Gitarrist Mike Petrone und Bassist Frank Leone, sowie Annihilator-Drummer Fabio Alessandrini mit dabei. Hier und da wurden Texte bzw. Songtitel und Melodien leicht modifiziert oder geändert, im Grundgerüst heißt es aber "Beyond The Fight" gleich "Vendetta". Aaaber …. vielleicht liegt es daran, dass das Material noch mal neu eingespielt wurde (und Drummer Fabio einen echt hart fordernden Punch hat), vielleicht ist es die neue, schlichtweg größere Produktion oder einfach die jahrzehntelange Erfahrung eines Mike Vescera, der genau weiß, wie man aus den Songs noch das letzte Quäntchen herausholen kann - "Beyond The Fight" klingt auf ganzer Linie internationaler und hat einen der vorderen Plätze in der 2017er Melodic Metal Rangliste mehr als verdient … was ja eigentlich "Vendetta" in 2015 bereits zugestanden hätte.
Der Fairness halber gebe ich exakt die selben Punkte wie für "Vendetta". Bei einer Sache muss ich trotzdem "meckern", aber - bitte nicht beeinflussen lassen! - das ist mein ganz eigenes Problem: Warum musste man beim Song "Never Letting Go" (im "Vendetta"-Gewand hieß er "Never Let You Go") die Melodielinie im großartigen Refrain ändern? Nun, ich gewöhne mich gerade an die neue Version. Dafür rückt "In The Night" (vormals „Nitehawks“) gefährlich zur Tophit-Pole Position vor.
Fazit: Wenn dieses Album unter dem Banner Nitehawks schon nicht genügend Aufmerksamkeit bekam, dann aber gefälligst jetzt! Was mich wieder zu meiner eingangs gestellten Frage bringt … die Antwort dürfte nun mehr als eindeutig sein. (sw)

8,5/10