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Buch: CHOOSING DEATH von Albert Mudrian

Die unglaubliche Geschichte von Death Metal und Grindcore geht weiter...
Erweiterte Neuauflage

VÖ: 19. September 2016
I.P. Verlag
Preis: 21,90 Euro

Gut zehn Jahre nach der Erstauflage des Buches "Choosing Death" folgt nun die erweiterte Neuauflage. Mit drei neuen Kapiteln (insgesamt über 100 zusätzliche Seiten), 50 neuen Interviews (von insgesamt 200), einer aktualisierten Diskografie (die speziell die letzten zehn Jahre beleuchtet), sowie einem klasse neuen Artwork von Dean Seagrave (u.a. Entombed und Morbid Angel), wird auf ingesamt fast 400 Seiten der Aufstieg, Fall und die Wiederauferstehung des Genres beleuchtet. Zu Wort kommen neben vielen einflussreichen Musikern, auch Produzenten und Label-Bosse. Mit ebenfalls fast 400 Abbildungen, ist dieses Buch zudem reich bebildert und liefert viele rare Live- und Promo-Aufnahmen, Konzertflyer und ähnliches.
Beginnend mit dem 13jährigen Nicholas Bullen, der 1981 Napalm Death gründet, sowie den ersten Schritten der Band in Birmingham, geht es weiter über Bands wie Heresy und Extreme Noise Terror, wirft aber auch einen Blick zurück auf die damals explodierende Punk-Szene der Jahre 1977 bis 1980 mit Bands wie Discharge oder The Exploited.
Über Amerika, mit Bands und Musikern wie Rick Rozz, Mantas, Possessed, Chuck Schuldiner, Autopsy und Morbid Angel, kommt man Ende der 80er Jahre auch im restlichen Europa an, vorrangig in Schweden. Bands wie Nihilst, Carnage, Entombed, Unleashed, Dismember, Grave oder Grotesque werden ausführlich beleuchtet, hinzu kommen Bands aus europäischen Ländern, die damals nur am Rande in Erscheinung traten wie Pungent Stench (Österreich), Krabathor (Tschechien) oder Vader (Polen).
Die nächste große Station sind die Niederlande, mit Vorreitern wie Thanatos, Pestilence und Aspyhx. Mittlerweile, Mitte/Ende der 80er Jahre, stellt sich auch der kommerzielle Erfolg in der Szene ein. Bands wie Napalm Death mussten zwar Besetzungswechsel hinnehmen, spielten aber zunehmend vor größerem Publikum. Es folgen Bands, die maßgeblich an diesem Erfolg beteiligt sind: Carcass, Death, Sepultura, Obituary, einmal mehr Entombed und Morbid Angel, Benediction, Brutal Truth, Bolt Thrower, Terrorizer, Massacre, Cannibal Corpse, Atheist, Deicide, Immolation, Incantation, Suffocation, Mortician, Amorphis, At The Gates - mit oftmals ausführlichen und spannenden Stories und Anekdoten der damaligen Zeit. Im Anschluss, Anfang der 90er Jahre, beißen die Major-Label an und nehmen unzählige Bands unter Vertrag, die (Zitat) "auch nur annähernd nach Grind oder Death Metal klingen und nicht bei drei auf den Bäumen sind. Wahllos werden Verträge spendiert, oftmals sogar aufgrund nur eines einzigen Demos.".
Diesen Bands der "zweiten Welle" fehlt es oftmals an Eigenständigkeit und der Markt wird spätestens ab 1995 (Zitat) "von einer horrenden Schwemme uninspirierter Combos bar jeglicher Originalität verseucht.".
Davon profitieren vor allem Doom-Bands. Während der Black Metal seinen Siegeszug ohnehin ungebremst fortsetzt, sind vor allem Bands wie Paradise Lost oder My Dying Bride die Bands der Stunde. Doch einige Bands habe die Talfahrt Mitte der 90er nahezu unbeschadet überstanden. Neben den bereits etablierten Acts wie Death, Morbid Angel, Napalm Death oder Obituary, sind es aber auch neuere Bands wie Nile, Six Feet Under oder Arch Enemy.
Anfang der 2000er Jahre sind es dann Bands wie die eben genannten Arch Enemy oder aber auch In Flames, die in der Szene neue Impulse durch Melodien setzen. Doch auch teils Jahre zuvor gegründete Bands wie Zyklon, Akercocke oder gar Slikpnot erscheinen nun auf der Bildfläche.
Während der ersten Dekade der 2000er Jahre sind das oftmals Wiedervereinigungen, die von sich reden machen. Bands wie At The Gates, Autopsy, Entrails, Carcass, Asphyx, Possessed oder Atheist finden sich (teilweise zum wiederholten Male) wieder zusammen und können meist nahtlos an frühere Erfolge anknpüfen.
Doch die aktuelle Death Metal- und Grindcore-Szene besteht zweifelsfrei nicht nur aus den "alten Helden". Ein Blick in die Diskografie am Ende des Buches, lässt einen auch neuere Bands entdecken, wie Skeletal Remains, Vallenfyre, Hail Of Bullets, Obscura, Misery Index, Beyond Creation und einige mehr. Man wird sich um diese Szene also keine Sorgen machen müssen.
"Choosing Death" ist eine höchst informative, interessante und absolut empfehlenswerte Zeitreise, die in keinem (CD-?)Regal fehlen sollte, wenn man auch nur ein paar der oben genannten Bands zu seinen Favoriten zählt. (maz)

10/10