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IMPERATIVE MUSIC Compilation Vol. 8 (Var. Artists)

VÖ: Oktober 2014
Imperative Music

Das brasilianische Label Imperative Music veröffentlicht bereits den achten Teil seiner kostenlosen (!) Compilation-Serie. Underground-Bands aus nahezu allen Stilrichtungen und Ländern geben sich hier die Klinke in die Hand.
Zu entdecken gibt es unter den insgesamt 17 Tracks durchaus ein paar halbwegs interessante Bands. Seien es die australischen Death/Thrasher von Killrazer, die groovigen und etwas moderneren Fallen From Skies (aus Uruguay), und die Belgier von Guilty As Charged scheinen in ihrer Freizeit gerne Metallica zu hören.
Was eher etwas negativ ins Auge (bzw. Ohr) fällt: Der eine oder andere Titel bewegt sich qualitativ nur auf unterem Demo-Niveau. Man höre nur mal "Foolish Soul" unserer Schweizer Nachbarn Meltdown, oder auch die Vocals der Brasilianer Numbness, die wirklich unterirdisch schlecht aufgenommen/abgemischt sind. Wobei dieser Underground-Sound speziell den Kanadiern Winterhearth wiederum recht gut steht - Blackened Thrash Metal muss halt ein bisschen räudig klingen.
Etwas aus dem Rahmen fallen Seconds To End aus New Mexiko, die mit ihrem selbsternannten "Electronicore" für ungläubiges Staunen (oder auch Schlimmeres) sorgen dürften. Auch Marenna aus Brasilien hätte ich mit ihrem klassischen Hard Rock auf dieser CD ebenso wenig vermutet, wie die Ballade "When I Close My Eyes" der Landsleute von Kingdom Stone. Der niederländische Gitarrist Harry Loisios verzichtet gar komplett auf einen Sänger und fiedelt sich in der rasanten Power Metal-Nummer "Burn Out" seine Finger blutig, während der ebenfalls rein instrumentale und über 9-minütige Abschluss von Shepherd aus Taiwan mitunter zur reinsten Geduldsprobe wird.
Abgerundet wird dieser Sampler übrigens von zwei namhaften Zugpferden: Obituary sind hier mit "Visions In My Head" und Epica mit "The Essence Of Silence" vertreten.
Eine nette Zusammenstellung, die den beteiligten kleineren Bands vielleicht etwas mehr Aufmerksamkeit bringen wird. Dieses Projekt als solches ist absolut unterstützenswert, rein musikalisch ist es für meinen Geschmack sehr durchwachsen. (maz)

6/10