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PUNK GOES POP Vol. 7 (Various Artists)

VÖ: 14. Juli 2017
Spinefarm Records / Fearless Records

Mann, wie habe ich mich gefreut, als ich gesehen haben, dass die bekannte Reihe "Punk Goes Pop" in die nächste Runde geht. Immerhin ist es drei Jahre her, dass es diese Form der Kooperation das letzte Mal gab.
Wer die Alben nicht kennt: Bands aus dem Bereich Punk, Metalcore, Pop-Punk, usw. geben sich die Ehre und Covern das, was momentan so durch das Mainstream-Radio rauf- und runtergeleiert wird. Auch dieses Mal sind wieder einige Bands dabei, die man kennen sollte, wie etwa The Amity Affliction, Capsize oder auch Ice Nine Kills. Insgesamt 13 Bands haben 13 Songs von u.a. Justin Bieber oder Ed Sheeran gecovert.
Was immer toll war, wenn man "Punk Goes Pop" gehört hat, war, dass man die Songs irgendwie wiedererkannte, dann aber durch die neue Aufbereitung ein ganz anderes Feeling für die Musik bekam und beispielsweise aus traurigen Song motivierende wurden und vice versa.
Bislang war das immer ein Erfolgsrezept für schöne Unterhaltung. Man hatte Musik, die sowohl die gut fanden, die härtere Musik feiern (also wir) und diese "komischen" anderen Leute, die lieber Pop-Musik hören, anstatt "richtige" Musik. Allen Spaß beiseite, müssen wir doch mal einen kritischen Blick auf die neueste Auflage, dem mittlerweile siebten Teil werfen.
13 Songs sind es dabei insgesamt geworden, jedes Lied von einem anderen Ursprungsinterpreten und jedes Lied durch eine andere Band gecovert. Leider ist bei vielen die Grenze zwischen reinem Nachspielen und einer wirklich eigenen Darstellung und Interpretation der Song stark verschwommen. So hat z.B. "Heathens", ein Song der ursprünglich von Twenty One Pilots geschrieben wurde, nun eine neue Version durch Boston Manor erhalten. Allerdings ist Stimmung, Atmosphäre, Art und Weise der Interpretation einfach nur gleich. Da fragt man sich doch, wozu das Ganze, wenn man quasi nur etwas nachmacht?
Besser machen es da beispielsweise Grayscale. Die haben "Love Yourself" von Justin Bieber gecovert und da hat der Song auch eine neue dynamische Ausrichtung bekommen. Alles ist schneller, intensiver und eben wie es auch der Name vermuten lässt, punkiger gestaltet. Es ist also anders als das Original und man kann tatsächlich heraushören, dass man nicht stumpf nachspielt, sondern sich Gedanken gemacht hat, wie man es abändern könnte, um seinen eigenen Touch mit hereinzubringen. Auch State Champs zeigen mit dem Song "Stitches" von Shawn Mendes, dass es eigentlich nicht viel braucht, um einem Song ein eigenes Flair zu verleihen. Falsch gemacht haben es trotz sehr eigener Interpretation Dance Gavin Dance, die sich so weit vom Original entfernt haben, dass man "That's What I Like" quasi nicht wiedererkennt. Auch The Amity Affliction haben sich mit "I Can't Feel My Face" keinen Gefallen getan. Zu lieblos wurde da einfach nach Schema F ein Song produziert, der wie von einer x-Beliebigen Band klingt und da habe ich mir gerade von The Amity Affliction viel mehr erhofft.
Und der Rest der Bands hat es leider nicht geschafft, einen Song zu produzieren, der entweder nicht klingt wie einfach nachgespielt, oder noch angenehm zu hören wäre. Als schlechtes Beispiel wären da z.B. Eat Your Heart Out zu nennen, die den Song "Shape Of You" von Ed Sheeran komplett verrissen haben und die Sängerin der Band klingt, als ob sie gar keine Lust hat, den Song zu singen.
Meiner Meinung nach, ist "Punk Goes Pop Vol. 7" der schlechteste Teil dieser Reihe und ich bin tief enttäuscht, weil ich die früheren Ausgaben sehr genossen habe. Gerade mal drei der 13 Lieder kann ich als "gut" abstempeln, der Rest ist bestensfalls langweilig, schlimmstenfalls unhörbar. Traurig. (zeo)

5,5/10