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WAR FROM A HARLOTS MOUTH - MMX

VÖ: 29. Oktober 2010
Lifeforce Records

Die Split-EP mit Burning Skies ist noch keine vier Monate alt, da holen War From A Harlots Mouth bereits zum nächsten Rundumschlag aus, und präsentieren mit dem schlicht betitelten "MMX" ihr drittes Album. Und auf eben diesem zeigen sich die Berliner deutlich gereift. Man kombiniert abermals Math-/Grind-/Hardcore mit Tech Metal und einem Hauch von Jazz - und das einmal mehr in einer Art und Weise, die ihresgleichen sucht. WFAHM sind im Laufe der letzten ein, zwei Jahre längst vom Underground-Geheimtipp zu einer festen Größe ihres Genres geworden, und verstehen es, nicht nur frische Akzente zu setzen, sondern sogar Standards zu definieren. "MMX" (= 2010) ist eine beeindruckende Fortsetzung von "In Shoals" (2009). Man ist zwar teils noch aggressiver, bissiger und extremer geworden, versteht es aber zunehmend, den Songs nachvollziehbare Strukturen zu verleihen (keine "Sorge", Eingängigkeit geht nach wie vor anders). Hinzu kommen leichte schwarzmetallische Anleihen, und 8-saitige Gitarren, die die Grenzen des extremen Metal noch weiter ausloten. Das alles gelingt mit schwindelerregender Präzision, und einem wahrhaftigen Angriff auf die Psyche. "MMX" ist ein zorniges und verdammt mächtiges Album geworden, dessen elf Songs sich in nicht mal 33 Minuten durch die Gehörgänge fressen. Ohne einen Hauch von Intro ballert "Insomnia" gleich zu Beginn los, und pflügt dabei rigoros alles nieder. Bei "To Age And Obsolete" sorgen dann die so typisch jazzigen Instrumentaleinlagen (wie sie auch nur WFAHM zustande bekommen), für eine kurze Verschnaufpause. Das gänzlich instrumentale "Sleep Is The Brother Of Death" kann auf ganzer Linie punkten, "The Polyglutamine Pact" versprüht das bereits erwähnte schwarzmetallische Flair, und das etwas ruhigere "C.G.B. Spender" kommt zutiefst bedrohlich und schleppend daher. Gegen Ende sorgt dann noch das rein instrumentale Jazzstück "Sugercoat" für die nötige Ruhe vor dem abschließenden Triplesturm.
WFAHM haben sich mit "MMX" ein ganzes Stück weiterentwickelt, legen die Messlatte abermals höher, und Sänger Nico holt aus seinem Stimmorgan nahezu alles heraus, was nur irgendwie geht (und kann damit durchweg beeindrucken). Eine der momentan besten Mathcore/Tech Metal-Scheiben auf dem Markt! (maz)

8/10