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WAR FROM A HARLOTS MOUTH - Voyeur

VÖ: 19. Oktober 2012
Season Of Mist

Was sich auf dem mittlerweile genau zwei Jahre alten Vorgänger "MMX" bereits abzeichnete, treiben die Berliner auf ihrem vierten Album "Voyeur" nun weiter in Richtung Spitze. Vorbei sind die Zeiten, als man beim etwas schwierigen Versuch, die Truppe in eine klare Schublade stecken zu wollen, letztendlich bei "irgendetwas mit -core am Ende" landete. Die Hardcore- und auch MathCORE-Zeiten sind wohl endgültig Geschichte. Man schert sich ebenso wenig um Genrezugehörigkeiten, noch um irgendwelche Grenzen. Auch "Voyeur" ist wieder eines dieser War From A Harlots Mouth-Album, das als reiner Pausensnack verdammt schwer im Magen liegen dürfte. Zu vielschichtig, zu unkonventionell, zu atonal, zu polyrhythmisch - und wie in diesem Falle: Zu düster. "Voyeur" dringt in die tiefsten menschlichen Abgründe ein und macht dabei Titeln wie "Of Fear And Total Control" oder "Between Life And Death" alle Ehre. Der perfekte Soundtrack zu den Schattenseiten der Menschheit. Wer sich auf diesen düsteren und mitunter sogar anstrengenden (letztendlich dann aber wieder befreienden) Trip nicht einlassen möchte, ist bei War From A Harlots Mouth ohnehin an der falschen Adresse. Obwohl, "Voyeur" ist im Gegensatz zu den Vorgängern trotz des vollen technischen Math-Programmes grundsätzlich durchaus nachvollziehbar. Fronter Nico Webers klingt noch klagender, verzweifelter, aber auch aggressiver und - was ich selber nie für möglich gehalten hätte: "Scopophobia" überrascht sogar mit ein paar clean (!) gesungenen und eingängigen Passagen.
War From A Harlots Mouth haben mit "Voyeur" scheinbar ihren musikalischen Weg gefunden. Höchste Musikalität mit größtmöglicher Atmosphäre - zwar nicht leicht zugänglich, aber absolut faszinierend. (maz)

8/10