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WARBEAST - Destroy

VÖ: 12. April 2013
Season Of Mist

Intensität! Nichts gegen gutklassige bis hervorragende Thrash Metal Alben, aber was macht die ganz großen Knaller aus? INTENSITÄT! Und da kommen Warbeast ins Spiel, deren zweites Album "Destroy" genau das ist, was ich in dieser Form seit Slayer's "Seasons In The Abyss" (ja!) und Exhorder's "The Law" (jawoll!) nicht mehr gehört habe. Nämlich Songs mit der Wucht einer Plutonium-Bombe, EGAL in welchem Tempo die Band gerade agiert. Wie z.B. beim Downtempo-Brecher "Egotistical Bastard", der an genau der richtigen Stelle ausbricht, um mit dem Chorus wieder den Nacken zu verrenken. Oder das Selbstbewusstsein-fördernde "Nobody", welches live für angstschweißgebadete Securities sorgen wird. Selbst das siebenminütige "The Day Of …" fordert mit seinem schleppenden Tempo die Aufmerksamkeit des Hörers bis zum Ende. Doch Warbeast können selbstverständlich auch anders. Nach einem beklemmenden Intro jagt "Nightmares In The Sky" durch die Hirnwindungen, die Bandhymne "Warbeast" wird ein Live-Klassiker und die Video-Auskopplung "Blood Moon" ist einfach nur Volldampf mit aller Macht. Dazu noch der packende Titelsong und mit "Nameless" einen Europa-Bonustrack, der kein bloßer Füller ist, sondern absolut ebenbürtig steht. Durch die Bank ein Sperrfeuer an unwiderstehlichen Beats, ultrascharfen Riffs einem chirurgischen Laser gleich, furiosen Soli mit höllisch aggressiven Jammerhaken-Orgien, die einem Kerry King alle Ehre machen, eingebettet in eine brutale, von Phil Anselmo maßgeschneiderte Produktion (ich denke abermals an "The Law") und vollendet durch die unvergleichlichen Vocals von ex-Rigor Mortis-Fronter Bruce Corbitt, der auch mit seinen 50 Lenzen den blanken Horror in den Stimmbändern kontrolliert. Erfahrung zahlt sich eben aus.
Nach dem ersten Durchlauf habe ich meinen Ohren nicht getraut, nach zwei bis fünf Runden verfiel ich immer mehr diesem Thrash Wahnsinn, und ab da wusste ich, dass wir es wahrhaftig mit einem Thrash Metal Klassiker zu tun haben. Und ich lege mich JETZT fest - sollten Slayer dieses Jahr keinen Longplayer mehr zustande bringen, ist "Destroy" das Thrash Metal Album 2013! (sw)

9,5/10