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WARPATH - Bullets For A Desert Session

VÖ: 13. Januar 2017
Massacre Records

Keine Frage - Freunde der Neunziger denken bei dem Namen Warpath sofort und hauptsächlich an das massivst (huch!) auftrumpfende Zweitwerk "Massive" (1992) und den nicht ansatzweise minder brachialen Nachfolger "Against Everyone" (1994). Good old Germany hatte mit dieser Band eine Thrashcore-Institution zu bieten, die sich das gar nicht so übertriebene Attribut "Deutschlands Antwort auf Carnivore" schlussendlich auch durch ihre maßgeschneiderte Version von "Race War" redlich verdient hatte. Leider denke ich auch an den Weggang von Front-Unikum Dirk "Digger" Weiss und das daraus resultierende letzte Album "Kill Your Enemy" mit seinem Nachfolger Arnie (R.I.P.), wo mir die Klasse der Musik und die Stimme nicht mehr so mundeten.
Geschichtsstunde beendet - Aufatmen ist angesagt. Warpath sind zurück, zwar mit komplett neuer Backing Mannschaft, aber eben mit "Digger" am Mikro, der bereits im Vorfeld (nämlich letztes Jahr mit dem Evil Riot-Debüt - checkt mal unser Review-Archiv!) bewies, dass seine Stimme nicht ein Nanogramm an Authentizität, Ausdrucksstärke und Einzigartigkeit verloren hat. Das muss an Argumentation reichen, bevor ich hier noch als Voice-Groupie abgestempelt werde. Den Rest übernimmt das neue Album "Bullets For A Desert Session" mit seinen zwölf Songs, die den Charakter der o.g. Referenzwerke verdammt gut ins Hier und Jetzt holen. Und obwohl gleich der Opener "Reborn" derbe durch die Botanik mäht und u.a. Gesellschaft von der High End Attacke "Unseen Enemy" und dem erstklassigen "No One Can Kill Us" bekommt, bleiben alle anderen Facetten nicht aussen vor. "I Don't Care" (mit klassisch einfacher Message) groovt wie Hölle, "Believe" packt den "Massive"-Beat wieder aus und straft Plagiatsvorwürfe mit einem Refrain, der hängen bleibt. Dazu die Downtempo-Walze "Crossing" und das simple, aber speziell durch den Refrain unwiderstehliche Grande Finale in Form des Titelsongs. Alles geführt und getragen von eben der Stimme des "Digger". Groupie hin oder her - ich finde seine Stimme geil und seine Worte in "God Is Dead" sind so entwaffnend und überzeugend, dass man sie aufgrund der Entschlossenheit des gesamten Albums gar nicht erst in Frage stellt: "God is dead! They find his body with my hammer in his head." Punkt! (sw)

8,5/10