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WITCHERY - I Am Legion

VÖ: 10. November 2017
Century Media

Nicht schlecht. Weil Gitarrist Jensen sich aufgrund der Zeitabstände zwischen den letzten Alben Sorgen machte, dass man sich an Witchery nicht mehr erinnern würde, war die Vorgabe "ein Jahr später". Nun, "In His Infernal Majesty's Service" wurde am 25. November 2016 veröffentlicht. Respekt! Nun, genanntes Album habe ich verpasst, hatte Jensen also gar nicht so unrecht. Aber "I Am Legion" nehme ich als amtlichen "Willkommensgruß" entgegen. Der ungestüme Killer-Faktor der ersten beiden Alben (nebst der Cover-EP) ist natürlich nicht mehr so da, dafür aber spielen die Herren ihre jahrelange Erfahrung noch fieser und gezielter aus und haben irgendwie trotzdem noch den Schalk im Nacken. Lassen wir das Intro "Legion" doch einfach nach Slayer klingen und "Welcome, Night" hat ob seiner Drums eine leicht entfernte Ähnlichkeit mit den Totschlägern, als sie "War" in "Disorder" integrierten (ja, beides The Exploited). Aber was soll's. Wir grooven wie die Hölle ("Dry Bones") oder hauen einen derben D-Beat Punk-Thrasher raus ("Amun-Ra") und lassen trotzdem unsere skurrilen Riffs vom Stapel. In "A Faustian Deal" kommt sogar etwas alter Witchery-Horror auf. Und wer will bei einer Rausschmeißer-Abrissbirne wie "The Alchemist" noch groß meckern. Angus Norder macht als Fronter einen brutalen Job und LIK-Drummer Chris Barkensjö treibt die Mannschaft unaufhörlich nach vorne.
So, nochmal - und das alles nur in einem Jahr?! Andere Bands bekommen solche Brecher nicht mal in drei Jahren zustande. Also, nicht lang' schnacken, einfach drauflos. "I Am Legion"! (sw)

8/10