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WITHERFALL - A Prelude To Sorrow

VÖ: 09. November 2018
Century Media

Ich bleibe weiterhin bei meiner Behauptung, dass Witherfall den erst verwaisten, durch das tragische Ableben von Warrel Dane (R.I.P.) nun freigegebenen Thron von Nevermore nicht nur anpeilen, sondern auch besetzen werden. Von daher finde ich es fast bezeichnend, dass Century Media nach der Eigenveröffentlichung des Debüts "Nocturnes And Requiems" sofort zugeschlagen haben. Der Punkt ist - Nevermore waren einzigartig und Witherfall sind stilistisch mehr, quasi breiter aufgestellt und heißen Fans von sowohl Nevermore, Sanctuary, angeproggtem US-Metal, streng genommen klassischem Metal, und auch härteren Bereichen mit offenen Armen willkommen. "A Prelude To Sorrow" ist ein wahrhaft facettenreiches Kunstwerk geworden, an dem man sich nicht satthören kann. Am meisten beeindruckt mich das extrem mutige Songwriting, die Songs in völlig unerwartete Richtungen zu führen, den leisen Tönen wie selbstverständlich Raum zu geben (obwohl das ja in der Live-Situation bei einem verballermannisierten Mainstream-Publikum der Killer wäre) und dabei trotzdem gigantische Songs zu erschaffen. Schon der vermeintlich sperrige Opener "We Ar Nothing" entfaltet sich von Mal zu Mal mehr. "Communion Of The Wicked" zeigt eindrucksvoll, dass geile Refrains auch komplett anders sein können und was "Shadows" da treibt, ist kaum in Worte zu fassen. Auf der einen Seite derbe harte Gitarren (allein den Start hätten die US-Deather Monstrosity nicht besser gemacht) und dann dieser Ausnahmerefrain. Das finale "Vintage" läuft da fast schon außer Konkurrenz, weil es noch mal alles zusammenfasst, was "A Prelude To Sorrow" ausmacht. Und allumfassend schwebt immer noch die Wut und die Trauer über den Tod von Drummer Adam Sagan, der tragisch während der Produktionsschlussphase des Debüts "Nocturnes And Requiems" mit nur 36 Jahren an einem Lymphom verstarb. Die Realität schreibt doch die bittersten Geschichten und auch die größte Musik.
Bleibt nur inständig zu hoffen, dass diese Band durch die Qualität ihrer Talente nicht unbemerkt auseinanderfällt. Joseph Michael ist aktuell als Sänger von Sanctuary gelistet, nachdem er den verstorbenen Warrel Dane bereits live ersetzte und Gitarrist Jake Dreyers Engagement bei Iced Earth ist auch kein Pappenstiel. Die seit dem Debüt heranwachsende und durch "A Prelude To Sorrow" zahlenmäßig hoffentlich explodierende Schar an Fans wird noch mehr Witherfall wollen! (sw)

9,5/10