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WRETCH - Reborn (Re-Release)

VÖ: 27. Juli 2018
Pure Steel Records

Drei Alben - drei Sänger. Und ich habe mit dem 2014er Zweitwerk "Warriors" offensichtlich das schwächste Wretch-Album als Einstieg erwischt, dadurch den Nachfolger "The Hunt" (2017) desinteressiert ignoriert und mich dem vorliegenden Debüt-Re-Release nur widerwillig genähert. Und jetzt ist alles gar nicht so schlimm. Auf ihrem Erstling liefert die Band aus Cleveland (eigentlich schon geografisch ein Qualitätsmerkmal) nämlich ein für meine Ohren sehr amtliches, wenn auch nicht überragendes US Metal-Album ab. Diese 7,5 Punkte (im Gegensatz zu den netten 6,5 für "Warriors") stehen auf festen Grund und bekommen zusätzlichen Halt durch a) das coole ( im Original bereits vorhandene) Breaker-Cover "Touch Like Thunder" und b) durch den Bonustrack "The Conflict" mit dem jetzigen Sänger Juan Ricardo (Sunless Sky/ex-Ritual). Beim Rest hat aber nicht nur Sänger Collin Watson (dessen Stimme eines Fronters würdig die Aufmerksamkeit auf sich zieht) Überzeugungskraft, sondern auch wirklich knackige, fettfreie Songs, wie das Schulter an Schulter-Trio "Life"/"Reborn"/"Eyes Of Fate". Ein bisschen Speed hier ("I Am Storm"), ein bisschen Iced Earth da ("Nothing"), eine Powerballade mit dem obligatorisch mittig gesetzten Ausbruch ("The Winners") und der Beweis, dass man die Rhythmik der Bridge von "Screaming For Vengeance" (Judas Priest) auch recht gut als Strophe verwerten kann (der klassische Opener "Mental Wars"). Nein, dieses Album macht mir weitaus mehr Spass, als das Zweitwerk, was ich entsprechend auch noch mal geprüft habe. Und was "The Hunt" betrifft, welches ja von besagtem US-Goldkehlchen Juan Ricardo veredelt wurde … da habe ich jetzt auch reingehört - ich lag ja sowas von falsch …
Da werde ich doch gerne Wretch-Fan, wenn die Band in meinem zweiten Anlauf mit 2:1 die Weichen stellt. (sw)

7,5/10