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XERATH - III

VÖ: 19. September 2014
Candlelight Records

Über drei Jahre haben Xerath an ihrem dritten Album "III" gearbeitet (so viele Dreien - mir wird schwindelig…). Aber es hat sich gelohnt. Ihr selbsternannter "Orchestral Groove Metal" ist nichts für Zartbesaitete. Das muss man sich schon erarbeiten. Inmitten von wuchtigen Beats, krachenden Riffs und opulenten Orchesterparts darf der Hörer nicht nach Hits suchen, sondern verstehen, dass hier abermals ein zusammenhängendes Kunstwerk zu Bestaunen ist. So kommt es zwar vor, dass hinten raus auch mal etwas aussagearme Kost geboten wird ("Ironclad", "Demigod Doctrine"), die wird aber durch den abschließenden "Veil"-Doppelschlag fast vollends aufgehoben - allein der instrumentale "Part 2" ist brillant. Weitere Highlights sind gleich zu Anfang der sich großartig aufbauende Opener "I Hold Dominion", das Groove-Monster "Bleed This Body Clean" oder der fiese Midtempo-Banger "Death Defiant", in dem die Orchester-Melodieführung richtig gut greift. Im Detail wissen die Briten aber auch, wie man sich Freunde macht, da die eingestreuten Clean Vocals immer etwas neben dem Standard laufen und somit eine Langzeitwirkung erzielen. Zu guter Letzt überraschen mich dieses Mal (ist mir das vorher nie aufgefallen?) die Soli von Conor McGouran, die charakterlich gesehen immer etwas neben der apokalyptischen Spur des Albums fahren und mit durchdachten Läufen jedes Mal einem Moment des Aufatmens gleichkommen.
Diese Melange aus stahlhartem Modern Metal und Filmmusik-Ansprüchen erscheint mir weiterhin einzigartig, dennoch bleibt sie weitestgehend unbeachtet. Bei diesem musikalischen konsequenten Vormarsch ist mir das allerdings unverständlich. (sw)

8/10