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YEAR OF THE GOAT - The Unspeakable

VÖ: 31. Juli 2015
Napalm Records

2015, das Jahr der Ziege. So satanisch das klingt, steht die Ziege doch im chinesischen Kalender für Umsicht, Verständnis und Harmonie. Doch welches Jahr wäre besser für diese Band geeignet, ihrem Erstlingswerk einen Nachfolger zu geben?
Eigentlich ist die große Welle des Okkult Rock-Revivals schon wieder abgeklungen. Doch zwischen den vielen Eintagsfliegen einer solchen Welle, eines Trends, eines Hypes, finden sich immer wieder Kandidaten, die uns auf längere Zeit erhalten bleiben. Year Of The Goat haben bereits mit ihrem ersten Longplayer viel Aufsehen erregt, wenn sie auch drohten, in der Masse unterzugehen.
"The Unspeakable" folgt dem Debüt und bringt in der Tat eine musikalische Entwicklung mit sich, die man nicht unbedingt jeder Band zugetraut hätte. Der Opener "All He Has Read" baut gekonnt Spannung auf und zieht den Hörer gut in die doomige 70er-Atmosphäre der Band. Ob die Band es nun will oder nicht, gesanglich erinnert Sänger Thomas Sabbathi an Ville Valo von HIM. Insgesamt trägt er damit die Songs auf Händen und macht den Eindruck von sehr viel Herzblut. Man glaubt unweigerlich, dass "The Unspeakable" auch die Begleitung zu einem dramatischen, apokalyptischen Theaterstück sein könnte. Doch der "Soundtrack-Charakter" macht die Scheibe zu einem wunderbaren Begleiter, wenn man die Gedanken schweifen lassen will. Songs wie "The Wind" sind herrlich locker und unaufdringlich. Geht man den umweigerlichen Vergleich mit Ghost ein, so ist Year Of The Goat "zärtlicher" produziert, fliesst leichter und weniger aggressiv und bedrückend. Schwer zu sagen, ob das überhaupt die Intention der Band war, aber man könnte fast meinen, dass Year Of The Goat eine recht fröhliche Platte erschaffen haben - immer noch mit doomiger Melancholie, dennoch mit einer überraschend gut gelaunten Grundlage. Darin liegt aber auch wenig die Krux: Die Platte ist kurzweilig. Sie ist entweder etwas, um im Hintergrund zu laufen oder zum ab und zu Reinhören, was jedoch sowohl negativ, als auch positiv sein kann. Im übrigen sind Year Of The Goat eine Liveband - das Erlebnis vor der Bühne unterscheidet sich stark von der CD. Aber warum auch nicht? Für Fans des Okkulten und des Doom Rock ein Pflichtkauf, alle anderen sollten vorher mal reinhören. (jh)

7/10