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ZEALOT CULT - Spiritual Sickness

VÖ: 09. November 2018
Blood Harvest Records

"We are Rude and we play Rip off-Death Metal.". Mit dieser sowohl selbstironischen, als auch treffenden Ansage (beim Konzert in Osnabrück) könnten auch Zealot Cult auf die Bühne gehen und würden bei mir sofort punkten, weil es wie die Faust auf das besagte Auge passt. Die EP "Karmenian Crypt" (2016) ließ schon aufhorchen, bot sie im Endeffekt alles, was der Frühneunziger-Deather gerne zu sich nahm. Umso besser, dass die Iren dieses Level nun auch auf Longplay-Niveau halten können und daraus ein durchweg stimmiges und überraschend abwechslungsreiches Album geworden ist. Eine mit Leidenschaft getränkte Neuvertonung und Neuverarbeitung alter Werte. Die Stimme klingt wie Patrick Mameli von Pestilence auf "Testimony Of The Ancients", Einflüsse von diesem Klassiker sind auch mitgewandert. Anderorts hört man ein paar Death-Harmonien aus der "Human"-Phase. Und Morbid Angel dürfen natürlich auch nicht fehlen - höre "Sea Of Suffering". Dazu noch ein paar Thrash-Einflüsse wie im Titelsong (leichte Erinnerungen an Num Skull werden wach) oder "Blades Of Jihad". Erfrischend finde ich, dass Blasts nur dann ausgepackt werden, wenn der Song sie wirklich benötigt. Einige kommen auch komplett ohne aus. Auf diese Art entwickeln Songs wie "Servi Ad Deum" einen ähnlichen "es geht auch anders"-Charakter, wie es damals auch Resurrection taten. Klar, man darf "Spiritual Sickness" nicht mit den Glanztaten der genannten Bands ins Verhältnis setzen. Aber coole, griffige Songs, die sehr wohl mitreißen, wohlige Reminiszenzen an die Hochzeit des Death Metal kreieren, und obendrauf noch von einem hörbar lebendigen, ungetriggerten Drummer nach vorne gedrückt werden, lasse ich mir mit einem breiten Grinsen gerne gefallen. (sw)

8/10