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WARPATH: Bandvorstellung

Wenn es eine Band schafft, zwölf Monate nach dem Release ihres selbstproduzierten Debüts, ein Special auf mega-metal.de zu bekommen, dann muss schon wirklich was im Busch sein.
In besagtem Busch - sprich Underground - hat dieses Quartett aus England nämlich verdammt viel Staub mit ihrem Debütalbum "Damnation" aufgewirbelt.
Dass es in Kevin Talley's Studio in den USA (u.a. Chimaira, Hate Eternal) gemischt und von Gitarren-Legende James Murphy gemastered wurde, ist nur das Tüpfelchen auf dem i, wenn man sich folgende Tatsachen mal genauer zu Gemüte führt:

  • No.1 "Best unsigned Band 2008" - Terrorizer Magazine
  • No.1 most added record on USA Metal Radio FMQB
  • No.1 Metal Artist MySpace Top Artist
  • Album in Eigenregie veröffentlicht und das England-Kontingent in 14 Tagen bzw. das Japan-Kontingent in zwei Tagen ausverkauft.

Und das ist nur eine kleine Auswahl. Was ist also so besonders an WARPATH?

Sie spielen Thrash Metal, wie ihn der geneigte Fan einfach gerne hört. Und man muss sich bei der Klasse des Songmaterials ernsthaft fragen, warum diese Band im Zuge der NWOOSTM (New Wave Of Old School Thrash Metal) immer noch keinen Plattenvertrag ergattert hat. Denn Tatsache ist, dass diese vier englischen jungen Herren (derzeit 18-25 Jahre alt) eine Nuance anders sind, als aktuell (zu Recht) hoch gelobte Bands wie Warbringer, Lazarus A.D. oder Mantic Ritual.

Das Album "Damnation" ist, gemessen am Debüt-Status, fast schon beängstigend präzise. Dem geschulten Thrash-Ohr werden zwar vielleicht einige Verweise gen Slayer auffallen, aber welche Thrash-Band, die was auf sich hält, hat diese nicht?! Direkt vergleichen sollte man beide Bands eh nicht, aber Warpath ähneln den Totschlägern am meisten in der Tatsache, dass sie zu keiner Sekunde locker lassen und dem Hörer ihre messerscharfen Riffs ohne Wenn und Aber - und erst recht ohne Pause - um die Lauscher pfeffern.
Begriffen hat die Band auch, dass man es damit nicht übertreiben sollte, so dass man die Songs in voller Länge und das Album über die volle Länge genießen kann.
Dass die Band diese Qualität abseits von Hochgeschwindigkeitsattacken auch im Midtempo-Bereich erzielen kann, ist ein weiteres Merkmal. Man merkt förmlich, wie die Band (gewollt?) kontrolliert aggressiv vorgeht und eben nicht permanent auf dem Gaspedal steht. Das ist kein Vorwurf an niemanden, aber im Thrash können das nicht viele von sich behaupten.
Ein weiteres Plus ist die spielerische Klasse, mit der die Band in allen Bereichen vorgeht - sei es beim akzentuierten Drumming oder auch den schicken, überlegten Soli. Ebenso hebt sich der Gesang etwas von der derzeitigen Thrash-Revival-Szene ab und erinnert doch etwas an alte Ritual Carnage oder ganz entfernt gar an Rigor Mortis.
Anspieltipps zu nennen, ist in diesem Fall überflüssig - nicht nur, weil man sich alle acht Songs zum Teil komplett im Netz anhören kann, sondern auch weil die Qualität über die knapp 40 Minuten schön oben gehalten wird.

Ich glaube, man darf gerne behaupten, dass, wenn "Damnation" vor einem Jahr bereits mit einer anständigen Plattenfirma im Rücken herausgekommen wäre, Warpath wahrscheinlich nun an der Spitze der aktuellen Thrash-Bewegung stehen würden.

"Damnation" ist 100% Headbanger-Stoff vom Feinsten. Jeder der die großen Thrash-Helden der 80er wie Slayer, Metallica, Megadeth oder Testament immer noch vergöttert, kommt an Warpath nicht vorbei.


Text: Siegfried Wehkamp